Mazda 3 BL 2.3 MPS Test

27.09.2012 15:47    |    Bericht erstellt von manudrescher

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Gesamtfazit zum Mazda 3 BL 2.3 MPS Test

Aus diesen Gründen kann ich den Mazda 3 BL 2.3 MPS empfehlen:

Wer einen kompakten Sportler mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis sucht, kommt eigentlich am MPS nicht vorbei.

 

Derzeit ist ein neuer MPS im Pluspaket (inkl. Xenon,Kurvenlicht,Navi,BOSE + KeylessGo) schon im Bereich 24.000 als Neuwagen erhältlich.

 

Die "günstigeren" Preise der Japaner zeugen auch nicht (mehr) von schlechterer Qualität, sondern ich sehe die Ursache woanders.

 

Bei vielen Autoherstellern kann ich mein Fzg. an sich absolut individuell Konfigurieren. Das kostet vor allem in der Logistik und Co. und wird zwangsweise auf den Kunden umgemünzt.

 

Die Japaner bietet i.d.R. ihre Modelle nur in einigen wenigen Varianten an -> Nichts drin -> fast alles drin -> alles drin.

Das spart natürlich Kosten in der Produktion.

 

Andere Hersteller mögen zwar allgemein ggf. etwas "höherwertige" Innenraumausstattungen besitzen...aber ein Fahrzeug muss in erster Linie fahren. Und die Japaner haben schon eindeutig bewiesen, dass sie i.d.R. sehr Langlebige und Problemlose Motoren bauen.

 

Ich würde ihn wieder kaufen

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
Testfahrzeug Mazda 3 2 (BL) 2.3 MPS
Leistung 260 PS / 191 Kw
Hubraum 2261
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 12500 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 3/2012
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von manudrescher 3.5 von 5
Gesamtwertung Mazda 3 2 (BL) 4.0 von 5

Einleitung

 

Karosserie

3.5 von 5

Qualitätstechnisch haben die Japaner allgemein die letzen Jahre deutlich zugelegt. Neben im Innenraum gespritztem Kunststoff ist auch der Gesamteindruck durchaus positiv. Man fühlt sich in diesem Auto auf Anhieb wohl.

 

Rein die Übersichtlichkeit ist als deutlich negativ einzustufen. Aufgrund der Bauweise des Fahrzeugs als auch die reflektierte Distanz in den Außenspiegeln wird dem Fahrer suggeriert, Objekte befinden sich bereits deutlich näher als sie tatsächlich sind. Die Bauweise läßt einem das tatsächliche Anfang+Ende des Fzg. nicht konkret einsehen. Dies führt teils zu Herausforderungen beim Parken oder aber auch das Einfahren in Engstellen (z.B. Waschanlage)

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • - Die genannte Übersichtlichkeit führt oft zur Fehleinschätzung. z.B. meist deutlich mehr Abstand zu einem Objekt als angenommen

Antrieb

3.5 von 5

Im Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis wohl derzeit der "günstigste" Kompakt-Sportler. Selbst mit der Werksmotorisierung (ohne Tuning) ist man i.d.R. an sich für den allgemeinen Straßenverkehr übermotorisiert.

 

Die Turboleistung liegt mit 380Nm ab 3000 u/min an, ab 5.500 u/min fällt der Leistungsschub wieder konstant ab. Das bedeutet aber bei weitem nicht, dass ihm danach die Luft ausgehen würde. Selbst bei abfallender Leistung (bedingt durch das Turbokonzept im MPS) ist immer noch genug Vortrieb vorhanden. Es kann also nicht als "unmittelbarer und starker" Leistungsabfall wahrgenommen werden.

Wer von 0-6500 U/min vollen Schub erwartet, so solle er auf einen 6,5 Liter Biturbo+Kompressor setzen.

 

Im Gesamtpaket ist der MPS eine Spaßmaschine mit Werten, die einem 2.3 Liter Singleturbo mit 260PS würdig sind.

 

Auch sei anzumerken, dass der MPS durch wenige technische Modifikationen bereits Standfest auf 300PS gebracht werden kann. Darüber hinaus sollte man sich über ein Upgrade der Benzinpumpe Gedanken machen.

 

Negativ...oder eigentlich in der "Natur der Sache" liegt auch der Vebrauch. Kraft kommt von Kraftstoff und Turbo läuft = Turbo säuft.

 

In meinem Fall verbrauche ich bei meinem 7Km Arbeitsweg im normalen Stadt/Berufsverkehr 12L/100Km. Bedingt auch dadurch, dass sich das Fahrzeug hier an sich fast nur in der Kaltlaufphase befindet.

 

Wer dem Fahrzeug die Sporen gibt, darf mit weit über 20 Litern rechnen. Diest ist aber kein "Nachteil" sondern der Durst eines solchen Aggregates.

 

Die Kupplung bedarf anfangs etwas Gewöhnungszeit, da sie dem Fahrer suggeriert es gäbe nur 2 Zustände = Eingekuppelt oder Ausgekuppelt.

Nach der Eingewöhnungszeit aber sauber und problemlos fahrbar.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • - Für ungeübte ggf. ruppige Kupplung

Fahrdynamik

4.0 von 5

Die Lenkung bedarf trotz 25% Sperre (mechanisch) vor allem beim Beschleunigen aus niedrigen Gängen einer festen Hand, entspricht aber bei weitem nicht dem Gerücht "Der Wagen will überall hin nur nicht geradeaus"...wer bei einem 260PS Fahrzeug mit 2 Fingern am Lenkrad Vollgas gibt, der braucht sich nicht wundern.

 

Den Frontantrieb selbst sehe ich ebenfalls nicht als wirkliches Defizit. Auch ein Focus RS (wenn auch mit etwas mehr technischer Unterstützung -> Revo Nuckles) erreicht bei entsprechender Fahrweise auch den Grip.

Das Argument "Autos mit Frontantrieb und über 200PS sind unfahrbar" kommt i.d.R. von Personen, welche solch ein Auto noch nie gefahren sind.

 

Wäre der MPS ein Hecktriebler, wäre ggf. sogar eine saubere 5,x Sekundenzeit von 0-100 möglich...aber der Sprint aus dem Stand ist nicht das Aushängeschild des MPS.

Seinen Vorteil spielt er durch seine Elastizität aus und hier ist er in meinen Augen eine klare Hausnummer.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • - Genannte Bremsen neigen zum Fading bei mehrmaliger starker Beanspruchung unmittelbar hintereinander

Komfort

4.0 von 5

Auch hier sehe ich keine Kritikpunkte bis auf ggf. die Federung. Dies liegt aber am Anspruch des Fahrers.

So manchem mag ggf. das ab Werk relativ hart abgestimme Fahrwerk etwas Komfort nehmen.

 

Ansonsten sind alle Bedieninstrumente dort wo sie sein sollen und selbsterklärend. Auch die Liebe zum Detail finde ich sehr positiv.

So sind die inneren Haltegriffe an den Türen mit blauen LED bestückt oder das Radio blinkt mit blauer LED-Beleuchtung bei einem Liederwechsel...im der Summe wirkt es zwar etwas "verspielt" aber sehr nett.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • - Fahrwerk ggf. für einige schon ab Werk etwas zu hart

Emotion

4.0 von 5

Das Design ist natürlich Geschmacksbezogen.

 

Wo der Vorgänger noch pures Understatement besaß, so zeigt der MPS BL deutlich mehr "Potenz". Der Spoiler und Lufthutze sowie die Schweller und Co. unterstreichen dies.

Darüber kann man eigentlich keine Bewertung abgeben, da das Design komplett dem individuellen Anspruch unterliegt.

 

Das Image ist wohl eher...er hat kein Image. Der MPS ist - zumindest in D - sehr unbekannt. Auch kann die Masse dieses Fahrzeug Leistungstechnisch nicht einstufen und "es ist irgendein Mazda".

 

Nur Kenner wissen den MPS einzuordnen.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Ein relativ seltenes Fahrzeug
  • - Design nicht jedermanns Sache