Lexus IS XE2 250 Test

20.07.2012 17:01    |    Bericht erstellt von DerSaint

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Lexus IS250

Gesamtfazit zum Lexus IS XE2 250 Test

Aus diesen Gründen kann ich den Lexus IS XE2 250 empfehlen:

Wenn man eine sportlich anmutende Limousine sucht, die sich aber dennoch unaufgeregt fahren lässt und qualitativ überaus gut verarbeitet ist, so ist man beim Lexus IS250 genau richtig.

Aus diesen Gründen kann ich den Lexus IS XE2 250 nicht empfehlen:

Wer eine wirklich sportliche Limousine sucht, der sollte sich nicht vom äußeren Anschein des Lexus IS250 blenden lassen. Er ist auf Qualität und Komfort getrimmt mit dem man viel Vergnügen aber wenig Spaß haben kann.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
Testfahrzeug Lexus IS II (XE2) 250
Leistung 208 PS / 153 Kw
Hubraum 2500
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 30000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 11/2006
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von DerSaint 3.5 von 5
Gesamtwertung Lexus IS II (XE2) 4.0 von 5

Einleitung

Für 10 Monate und insgesamt etwas über 15 000 Kilometer fuhr ich einen Lexus IS250 mit Handschaltung.

Da dieser Wagen auch momentan noch - abgesehen von kleineren Änderungen und einem Facelift - in den Lexus-Verkaufsräumen steht, soll dieser Bericht sich sowohl an Neuwagen- als auch an interessierte Gebrauchtwagenkäufer richten.

Karosserie

3.5 von 5

Der Lexus IS250 befindet sich ein einer Qualitätsklasse mit dem 3er BMW, dem Audi A4 und der Mercedes C-Klasse. Vergleichen lassen muss er sich bzgl. seiner Einordnung aber auch mit dem VW Passat oder dem Skoda Octavia.

 

 

Platzverhältnisse lassen zu wünschen übrig

 

Vergleicht man die Platzverhältnisse mit seinen Klassenbrüdern von BMW, Audi und Mercedes, so hat der IS das Nachsehen. Vergleicht man sie sogar mit Passat oder Octavia, so fühlt man sich sogar wie in einer Sardinenbüchse.

Die muss aber nicht unbedingt als Kritikpunkt verstanden werden, man muss sich seiner Gegenwart nur bewusst sein.

 

Sucht man einen im Innenraum sportlich geschnitten Wagen mit einem Interieur das sich nah um den Fahrer schmiegt, so ist man beim IS genau richtig.

Sucht man hingegen eine Reiselimousine mit viel Platz für mehr als zwei Mitfahrer, so sollte man auf eine ausgiebige Probefahrt nicht verzichten.

 

 

Qualitätseindruck auf Klassenniveau

 

Angesichts seines Baujahres kann sich der IS mit dem Luxusegment in dem sich auch BMW, Audi und Mercedes bewegen messen.

 

Das Design ist - wie immer - Geschmacksache und äußerst subjektiv zu beurteilen.

Die haptische Anmutung der Oberflächen, die Spaltmaße und die Verarbeitung hingegen sind objektiv als absolut tadellos zu beurteilen.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Verabeitungsqualität bewegt sich auf höchstem Niveau
  • - Beengte Platzverhätnisse im Innenraum

Antrieb

2.5 von 5

Der IS lebt nicht von der Sportlichkeit. Das soll er wahrscheinlich auch gar nicht. Dennoch ist es ein Fakt, den man bei der Wahl seines Autos berücksichtigen sollte.

 

 

Motor verspricht mehr als er hält

 

Dies macht sich vor allem bei der Leistung des Motors bemerkbar. Laut Datenblatt stehen 208 PS zu Buche. Diese machen sich aber nur in sehr viel geringerem Maße bemerkbar. Auch der Durchzug und die Drehfreude lassen zu Wünschen übrig.

Der IS hinterlässt daher nicht den Eindruck einer sportlichen Limousine, sondern ist auf Komfort getrimmt.

 

Das Handschaltgetriebe bestätigt diesen Eindruck.

Zwar nicht besonders sportlich abgestimmt, lassen sich die Gänge jedoch leicht wie Butter einlegen. Der Schaltknüppel gleitet nahezu automatisch in die vorgesehenen Gassen.

 

 

Verbrauch ist angemessen

 

Für über 200 PS und ein relativ hohes Fahrzeuggewicht ist der Verbrauch eines Motor aus 2008 mit knappen 9 Litern durchaus angemessen.

Insofern kann man behaupten, dass man spätestens an der Tankstelle vom ruhigen Charakter der Motors profitiert.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Butterweiches Handschaltgetriebe
  • + Angemessener Verbrauch
  • - Für 208 PS recht schwache Motorleistungen

Fahrdynamik

3.5 von 5

Auch bei der Fahrdynamik verleugnet der IS nicht, dass er nicht auf Sportlichkeit getrimmt ist.

 

 

Fahrwerk vermittelt Ruhe

 

Was der Motor an Leistung nicht über die Lenksäule transportiert, macht das Fahrwerk wieder wett. Zwar lässt sich der IS auf der Landstraße komfortabel bewegen, er ist aber auch keine Sänfte.

Hier findet er IS einen guten Kompromiss zwischen sportlicher Härte und komfortablen Gleitens.

 

 

Lenkung ist direkt genug

 

Die Lenkung des IS vermittelt eine gute Rückmeldung. Zwar kann sie sich was die Sportlichkeit betrifft nicht mit BMW oder Audi messen und kommt auch beim Komfort nicht an die eines Mercedes heran, dennoch findet der Lexus auch hier einen guten Kompromiss für den Fahrer, der ein komfortables Auto fahren will, dass dennoch nicht in Langeweile verfällt.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Direkte Lenkung mit guter Rückmeldung
  • + Ruhiges Fahrverhalten
  • - Schwache Beschleunigung

Komfort

4.0 von 5

Lexus wollte bei der Entwicklung des IS einen Gegenpol zum sonstigen Ruf der Marke setzen. Wo LS, GS und RX klar auf Komfort getrimmt sind, so sollte der IS den sportlichen Teil der Marke bilden. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht konsequent zu Ende geführt.

 

 

Komfortdrang besiegt die Sportlichkeit

 

Zweifelsohne ist der IS - allein schon aufgrund seiner Größe - sportlicher als seine Konzernbrüder. Er leidet allerdings stets unter seinem hohen Gewicht, so dass der Komfortdrang immer wieder durchschlägt.

 

Sitze, Interieurdesign und Lautärke im Innenraum sind auf Komfort getrimmt. Die Sitze - auch in Grundausstattung - bieten einen guten Seitenhalt und sind bequem genug um auch längere Strecken zu bewältigen.

 

 

Bedienung erfolgt intuitiv

 

Im Gegensatz zu BMW und Audi setzt der Lexus bei seinem Bediensystem nicht auf einen Kontrolleinheit, sondern auf ein Touchscreendisplay.

Dieses ist zwar nicht als Benchmark zu bezeichnen, angesichts des Baujahres aber angemessen.

Die Bedienung lässt kaum Fragen offen, jedoch reagiert das System relativ langsam.

Im direkten Vergleich müssen die deutschen Marken sich hier zwar nicht fürchten, allerdings kann der IS hier durchaus Anschluss halten.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Multimediasystem erklärt sich praktisch von selbst
  • + Äußerst leise im Innenraum
  • - Ständige Diskrepanz zwischen Sportlichkeit und Komfort

Emotion

3.5 von 5

Wie is das mit der Emotion bei japanischen Autos? Als wichtigsten Kaufgrund kann man sie sicherlich nicht bezeichnen. Auch beim Image weiß man nicht genau, wohin die Reise gehen soll.

 

 

Design ist Aufsehnerregend

 

Beim Design sammelt der IS in jedem Fall Pluspunkte. Hier hat Lexus sich etwas getraut, wenngleich man bemerken muss, dass er die nach Außen hin versprochene Sportlichkeit während der Fahrt nicht halten kann. Er ist - trotz allem Benähen - eher als Komfortabel zu bezeichnen.

 

Im Innenraum ist das Design hingegen mehr oder weniger unaufgeregt. Hier wurden keine Experimente gewagt. Emotionen werden hier kaum geweckt.

 

 

Image in Europa kaum vorhanden

 

Das Image von Lexus ist ein Europa ein völlig anderes als in den USA. Hier verlebt der IS noch immer ein Nischendasein, was aber nicht von Nachteil sein muss. Wenigstens durch das Design fällt er auf, wenn auch nicht alle etwas mit dem "L" im Kühlergrill anfangen können.

Die Qualität leidet allerdings überhaupt nicht unter dem fehlenden Image.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Interessantes Design für eine Limousine
  • - Image ist in Europa kaum vorhanden