BMW 5er E34 525tds Test

14.11.2013 22:02    |    Bericht erstellt von Stefan241186

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Gesamtfazit zum BMW 5er E34 525tds Test

Aus diesen Gründen kann ich den BMW 5er E34 525tds empfehlen:

Jeder der Wert auf zur damaligen Zeit hervorstechender Ingenieurskunst legt, ist mit diesem Fahrzeug bestens beraten.

Wer sich gerne und leicht mit Fahrzeugtechnik auseinandersetzt, kann jedes Problem allein in den Griff bekommen.

Ob ich mir wieder einen BMW dieser Baureihe zulegen würde? Auf jeden Fall, aber dann eher als Benziner mit Gasumbau und ab 2,5 Liter aufwärts.

Am liebsten wäre mir ein 540 und den dann natürlich nicht mehr als Alltagsauto, sondern als Sahnestückchen. Ich bin mehr oder weniger davon überzeugt, das diese Baureihe vom 3er bis zum 7er hohes Potenzial auf spätere Wertanlage haben, besonders die M Modelle. Meiner wird wohl bis dahin leider nicht mehr darunter sein.:)

Aus diesen Gründen kann ich den BMW 5er E34 525tds nicht empfehlen:

Puuhh, ich würde dieses Fahrzeug demjenigen nicht empfehlen, der keine Möglichkeit oder Lust auf gewisse Schraubereien hat. Denn hin und wieder kann es vorkommen, dass bei einer Reparatur die Kosten explodieren können, besonders in den Arbeitszeit-Kosten beim Freundlichen, die dann den Wert des Fahrzeuges überschreiten.

In naher Zukunft wird wohl für diesen Dieselmotor das Gesetzliche zwangsaus kommen.

Hohe Steuer, Verbrauch nicht mehr Zeitgemäß.... dafür aber keine Probleme mit kaputten Injektoren oder Rußpartikelfiltern und sonstigen Anbauteilen mit dem die modernen Dieselmotoren ausgestattet sind.

Außer aber die Einspritzpumpe ist halt etwas anfällig.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
Testfahrzeug BMW 5er E34 525tds
Leistung 143 PS / 105 Kw
Hubraum 2497
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 300000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 3/1994
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Stefan241186 4.0 von 5
Gesamtwertung BMW 5er E34 4.0 von 5

Einleitung

Soooo, jetzt hat meiner auch ganz offiziel die 300000 Kilometer auf der Uhr und ich glaub es wird Zeit mal ein kleines Resüme zu ziehen. In meinem Besitz ist der BMW seit März 2011 und habe bis heute damit 70000 km zurückgelegt in einen Zeitraum von gut 2 3/4 Jahren. Was einer Kilometerleistung von ca. 25000 km im Jahr enspricht. Und im nächsten Jahr im März wird er dann doch schon stolze 20 Jahre.

In diesem Zeitraum sind natürlich etliche Erfahrungen ins Köpfchen geflossen die ich hiermit an Interessierte weitergeben möchte...

Ja, wo soll ich anfangen, also in erster Linie hat er mich nie im Stich gelassen außer 2 mal wo ich mich mit der Tankanzeige angelegt habe und es ausgereizt hab, aber wenn die Tanknadel sich nicht mehr rühert dann wird es doch höchste Zeit zum Tanken:rolleyes:....aber wieder zurück zum Thema, auch wenn dies ein zuverlässiger Wagen ist darf man nicht glauben das man nix investieren muss und grad bei diesem Alter muss man doch hin und wieder mal Kontrollen durchführen. So wird min. 1x die Woche Ölstand und Kühlwasser kontrolliert usw. Was zu meiner Zufriedenheit immer passt.

Karosserie

3.5 von 5

Vom Platzangebot ist BMW hinten eigentlich schon immer etwas eingeschränkt gewesen ob damals oder heute....wenn man natürlich voll besetzt fährt.... aber für vier Personen komfortabel und ausreichend.

Was bei mir aber auch nur mit vier Personen geht weil witzigerweise schon immer der Gurt für die fünfte Person fehlte :confused:

Den Kofferraum hätt ich mir etwas höher gewünscht, oder tiefer?, halt in der Gesamthöhe, weil ich viele Sachen, sei es nun Koffer, Bierkisten;) etc. nicht übereinander stapeln oder Hinstellen kann. Oder ich hab einfach keine maßgerechten Koffer und sonstigen Kram. Zur Qualität im Innenraum, naja, ab einem gewissen alter sind halt schon bestimmte Ermüdungserscheinung des Materials zu erkennen/bekannt, besonders die Klebstoffe für die Türpappen, den Dachhimmel, Hutablage oder dem Gangzeichen-Emblems des Schalthebels. Bei mir hat sich bis jetzt bloß die Fahrertürpappe gelöst die anderen halten noch brav sowie der Dachhimmel. Aber Amaturenbrett und Lenkrad sieht man die fast 20 Jahre und 300 tkm überhaupt nicht an obwohl jeglicher Witterung immer ausgesetzt.

Was sollte man noch Wichtiges über die Karosserie erwähnen? Genau ROST... Man sollte doch jedes Jahr dahinter sein und die Karosserie penibelst vorsorgen und jedes kleine Anzeichen von Rost sofort im Keim ersticken. Denn da wo er sich blicken lässt, ist noch viel mehr. Was ich in den letzten 2 Jahren vernachlässigt hab rächt sich jetzt doppelt. Die bekannten Stellen wie Türunterkanten blühen sehr fleißig, witziger weise Fahrerseite mehr als Beifahrerseite. Beide Wagenheberaufnahmen vorne schon mit kleinen Löchern und Bodenblech bei Wagenheberaufnahmen links und rechts jeweils 1cmx5cm durch. Kotflügel vorn unten dagegen sind zwar schon arg mitgenommen aber nichts so schlimm wie das Bodenblech. Also vorm nächsten Tüv besuch wird wohl Schweißen angesagt sein :(

Dabei hab ich am Anfang schön mit Seilfett alles konserviert, aber wie gesagt, man muss dahinter bleiben und das Seilfett mind. Jährlich wenn nicht sogar Halbjährlich erneuern....

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Zeitlos, tolle Charakteristik
  • - glaub ab Bj. 94 keine Teilverzinkten Bleche mehr und somit leider sehr Rostanfällig

Antrieb

3.0 von 5

Also als allererstes muss man sich die Realität vor Augen führen. Wir haben hier einen Wirbelkammer Dieselmotor mit einfachen Fächer-Einspritzdüsen und einer mechanisch angetriebener Einspritzpumpe mit elektronischen Mengenstellwerk und rund 2,5 Liter Hubraum die natürlich gefüllt werden wollen, aus den 90`zigern. Und das was er hinten unverbrannt wieder raushaut, naja, darüber kann jeder seine eigene Meinung bilden. Die Leistung die das Triebwerk an die Hinterräder schickt ist eher verhalten bzw. ich möcht jetzt nicht von langsam reden oder als völlige Schnecke bezeichnen.

Man darf ihn halt nicht mit einem Pumpe-Düse und schon gar nicht mit einem Commonrail-Motor vergleichen, er ist halt noch von der alten Schule.

Die Drehfreude hab ich eher positiv bewertet weil er dies auch gerne tut und braucht. Am agilsten ist er wirklich in einem Drehzahlbereich von 2100 bis 3800 Umdrehungen aber da geht natürlich auch einiges an Treibstoff durch die 6 Freunde.

Deshalb ist auch sein Verbrauch im durchschnitt bei den 9-10 Litern anzusetzen für Stadt und Überland.... Auf einer langen Strecken die ausschließlich Autobahn beinhaltete, hab ich ihn mal auf 7,9 Liter runterbekommen, aber auch nur unter dauerbestreichelung des Gaspedals und V-max von 120. Dies entspricht dann bei einer Tankfüllung von 80 Litern 1012 km. Solche Werte bringen die Benziner auch Zustande wenn man es draufanlegt.

Nichts des so Trotz gewöhnt man sich aber mit der Zeit dran und wenn man dann weiß wie man ihn bei bestimmten Bedingungen fahren muss und kann, sind seine werte schon annehmbar. Ich mag auch seinen kernigen Sound im höheren Drehzahlbereich. Aber leider trotzdem nicht mehr Zeitgemäß :(

Zum Schaltgetriebe gibt es eigentlich nichts negatives zu Berichteten, Führung ist klar und deutlich und es hakelt nichts. Der erste und zweite Gang könnte evtl. je 1 Zahn länger übersetzt sein aber naja, is halt so.

Die erste Kupplung ist auch noch drin und sowohl Getriebe als auch Achsgetriebe Trocken.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Simple funktionelle Technik die läuft

Fahrdynamik

4.0 von 5

 

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + sehr schönes fahren im Grenzbereich möglich, durch deutliche Rückmeldungen des Fahwerks

Komfort

4.5 von 5

Man beachte wieder, ein Fahrzeug mit 20 Jahren auf dem Buckel. Aber zu seiner Zeit sicherlich Überwältigend hoher Komfort, auch der Möglichkeit der Ausstattung, ist von gar nix - bis alles dabei. Ich hab als zusätzliches Kontra die hohen Abroll-, Motor- und Windgeräusche genannt was aber auch stark Asphaltabhängig ist. Nur wenn man lange auf schlechten Asphalt unterwegs ist wird es mit der Zeit etwas Nervig oder ich neige dazu empfindlicher auf Schlaglöcher und Unebenheiten zu reagieren und man kommt nicht mehr so entspannt am Ziel an.

Am schönsten ist es auf Pflüster-Asphalt bei 50 km/h, es wirkt geradezu entspannend dem schnurren des Motors zu lauschen und dahin zu gleiten.

Meiner ist nicht besonders Ausgestattet, er hat keine Klimaanlage, die man sich dann im Sommer wieder herbeiwünscht aber ich tröste mich dann mit den Worten - weniger was Kaputt gehen kann - dafür elektr. Fensterheber vorn und elektr. Schiebedach.

Lederausstattung hab ich nachgerüstet und die Armlehen verbessern den Sitzkomfort gleich doppelt, aber man sollte doch drauf achten das die Ledersitze mit Sitzheizung versehen sind, denn im Winter ist es leider wieder unangenehm.:rolleyes:

Beleuchtung der Anzeigen und im Innenraum sowie Kofferraum sind meiner Meinung nach gut durchdacht und ausreichend.

Die Linsen des Abblendlichtes gehören nach einer gewissen Zeit mal überholt, Fernlicht auch ausreichend und wenn alles eingeschalten ist (Nebelscheinwerfer, Abblend- und Fernlicht) hat man doch eine schöne Ausleuchtung.

Heckleuchten sind Zweckmäßig, Nebelschlußleuchten sehr gut und beim zurück setzen sieht man auch was.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Komfort auch bei der niedrigsten Ausstattung nicht zu verachten
  • + Heizung schnell Leistungsstark
  • - Abroll-, Motor- und Windgeräusche verhältnissmässig hoch

Emotion

5.0 von 5

Ich finde BMW hat auch schon beim E34 die Paarung zwischen Komfort und Sportlichkeit ausgezeichnet umgesetzt.

Vom Design her brauch ich nicht viel sagen außer das es einfach nur geil ist, sowie auch E30 und E32. Ich find die breiteren Nieren etwas sportlicher und aggressiver und die schmalen Nieren Nostalgischer. Es sind eigentlich nur kleine dezente Veränderungen nötig um das schöne Gesamtkonzept aufzuwerten.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + komfortabel und ZUGLEICH sportlich

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 500-600 Euro
Verbrauch auf 100 km 9,5-10,0 Liter
Inspektionskosten pro Jahr bis 100 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr 200-500 Euro
Haftpflicht 300-400 Euro ()