Glossar

Mischbereifung

Mischbereifung

Unter Mischbereifung versteht der Gesetzgeber die Verwendung von Diagonalreifen und Radialreifen an einem Fahrzeug. Die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) verbietet eine solche Mischbereifung. Diese Reifentypen verhalten sich sehr unterschiedlich, sodass der Wagen unerwartet auf Lenk- oder Bremsmanöver reagieren kann. Diagonalreifen werden hauptsächlich für Oldtimer verwendet.

Erlaubte Mischbereifung

Aus rechtlicher Sicht liegt keine Mischbereifung vor, wenn gleichzeitig Sommer- und Winterreifen montiert sind. Diese Bereifung ist zulässig, sofern Last- und Speedindex eingehalten werden. Beide Werte sind in den Fahrzeugpapieren eingetragen. Doch auch hiervon ist wegen der unterschiedlichen Eigenschaften dieser Reifentypen abzuraten. Ein Mix aus Sommer- und Winterreifen kann zu einem unausgewogenen, unberechenbaren Fahrverhalten des Wagens führen.

In den meisten europäischen Ländern ist der achsweise Einsatz von ausschließlich Sommerreifen oder Winterreifen vorgeschrieben. Eine gemischte Montage von Runflat- und normalen Reifen ist ebenfalls nicht ausdrücklich verboten, doch wegen divergierender Eigenschaften nicht ratsam.

Welche Vorteile kann eine Mischbereifung haben?

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird unter Mischbereifung aber meist die Montage von Reifen unterschiedlicher Größe auf Vorder- und Hinterachse verstanden. Eine solche Bereifung kann entweder aus optischen Gründen erfolgen oder ist – typisch für Sportwagen – konstruktiv begründet. Je nach Fahrzeug und Antriebskonzept (z. B. Motor und Antrieb hinten) kann eine Anpassung der Reifengröße an die unterschiedlichen Belastungen an Vorder- und Hinterachse sinnvoll sein. So werden hohe Antriebskräfte übertragen und gleichzeitig eine hohe Lenkpräzision und damit mehr Fahrdynamik ermöglicht.

Daher stellt Mischbereifung bzw. stellen Breitreifen auch im Winter eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Dimensionen dar. Sie spielen insbesondere bei nass-kalten Bedingungen ihre Vorteile aus und bieten mehr Grip und Fahrstabilität.

Ist bei (nachgerüsteter) Mischbereifung kein passendes Reserverad vorhanden, so kann vorübergehend das schmalere Serienersatzrad oder das serienmäßige Notrad verwendet werden. Dies sind allerdings nur temporäre Lösungen für den Pannenfall. Es sollte schnellstmöglich eine Werkstatt aufgesucht werden, um einen passenden Reifen zu montieren.

Das sagt unsere Community zur Mischbereifung

Avatar Opelowski

Opelowski: Übrigens ist die Mischung natürlich suboptimal, aber nicht so kritisch wie man manchmal meint (Gripunterschied durch Strassenbelag schon viel unterschiedlicher auf der Strasse). In der Zeit die Du die Mischbereifung fährst, kannst Du Dir wieder günstig den passenden Reifen kaufen. weiterlesen

Avatar VentoRenner

VentoRenner: Mit Mischbereifung meint man übrigens auch Grössenunterschiede. Die Felge spielt dabei natürlich keine Rolle, wenns dir gefällt kannst du auch 4 unterschiedlich aussehende Felgen ans Auto dranbauen. Der Hersteller spielt auch keine Rolle von gesetzlicher Seite. Da könntest du ebenfalls 4 unterschiedliche am Auto haben. Allerdings ist davon dringend abzuraten aufgrund der Fahrzeugstabilität. weiterlesen

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Das sagt der Spezialist von Dunlop zum Thema Mischbereifung

"Eine Mischbereifung mit verschiedenen Reifenprofilen sollte vermieden werden, da sich die Fahrcharakteristik eines Fahrzeugs sonst stark verändern kann. Besonders in kritischen Situationen wie Glatteis oder Aquaplaning macht sich das bemerkbar. Der Bremsschwerpunkt kann sich verlagern und das Auto reagiert dann ganz anders. Die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Reifen kann zu einer Über- beziehungsweise Untersteuerung des Wagens führen. Deshalb empfehlen wir, mit vier Reifen vom gleichen Hersteller und mit identischem Profilmuster zu fahren."

Product Manager Dunlop, Michael Fett

Michael Fett
Product Manager Dunlop

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