Glossar

Hybridfahrzeug

Alternative Antriebe: Hybridfahrzeug

Ein Hybridfahrzeug ist ein mehrspuriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung, das von mindestens zwei fest verbauten Antrieben bewegt wird. Passende Energiespeicher müssen ebenfalls im Fahrzeug installiert sein. Die häufigste Form im Automobilbau ist das Hybridelektrofahrzeug (umgangssprachlich: Hybridfahrzeug, unter anderem: Plug-in-Hybrid, Vollhybrid, Mildhybrid). Das Hybridelektrofahrzeug kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor oder mehr, um den Kraftstoffverbrauch zu senken oder die Leistung zu steigern.

Technik in Hybridautos

In einem Hybridfahrzeug sitzt in den meisten Fällen ein Elektromotor zwischen Verbrenner und Getriebe. Er kann den Motor unterstützen, das Fahrzeug selbstständig antreiben oder Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandeln („rekuperieren“). In anderen Systemen treiben Verbrenner und Elektromotor je eine Achse an. So lässt sich zum Beispiel ein Allradantrieb ohne mechanische Verbindung zwischen Frontmotor und Hinterachse verwirklichen.

Arten von Hybridfahrzeugen

  • Vollhybrid
  • Plug-in-Hybrid

Hybridfahrzeug als Vollhybrid

Vollhybride speichern geringe Mengen elektrischen Stroms und laden die Hochvoltbatterie ausschließlich durch Rekuperation beim Bremsen. Einen Ladestecker gibt es nicht. Die rein elektrische Reichweite beträgt meist wenige Kilometer. Der Elektromotor unterstützt den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen. Also in Bereichen, in denen dieser einen schlechten Wirkungsgrad aufweist. Trotz des höheren Gewichts gegenüber einem reinen Verbrenner sinkt der Kraftstoffverbrauch.

Hybridfahrzeug als Plug-in-Hybrid

Plug-in-Hybride verbinden das Prinzip des Elektrofahrzeugs mit dem eines Vollhybriden. Die Batterie ist größer und speichert Strom für eine elektrische Fahrt von durchschnittlich 30 bis 50 Kilometer. Damit fährt ein Plug-in-Hybrid auf kurzen Strecken lokal emissionsfrei und bietet trotzdem die Reichweite eines Verbrenners. Mit leerem Akku verhält sich ein Plug-in-Hybrid wie ein Vollhybrid. Aufgrund der komplexen Technik kostet ein Plug-in-Hybrid bei vielen Herstellern mehr als ein vergleichbarer Verbrenner.

Fahrzeuge mit Range Extender werden weitestgehend von einem Elektromotor angetrieben. Sind die Akkus leer, erzeugt ein Verbrenner Strom und lädt die Batterien. Viele Hersteller installieren zudem eine mechanische Verbindung zwischen Verbrenner und Rädern.

Verbrauchszyklus für Elektrohybrid-Fahrzeuge

Bei der Verbrauchsberechnung von Hybridfahrzeugen wird ein Prüfzyklus je einmal mit vollem und leerem Akku gefahren. Plug-in-Hybride verbrennen bei der Fahrt mit vollem Akku keine fossilen Kraftstoffe. Unter Berücksichtigung der elektrischen Reichweite wird ein Durchschnittsverbrauch berechnet. Der genutzte Strom fließt nicht in die Rechnung ein. Je nach Fahrprofil und Akkuladung kann der tatsächliche Verbrauch stark von der Werksangabe abweichen.

Das sagt unsere Community zum Hybridfahrzeug

Avatar drbojo

drbojo: Seit 2003 fahre ich einen Toyota Prius Hybrid, jetzt 440 tkm. Das Auto ist ein Geniestreich. Bisher nur einige Verschleißreparaturen. Aktuell muß ich den Nachschalldämpfer tauschen, wegen fertgungsfehler (Schweißnaht!) Verbrauch lt. Bordcomputer ca. 5 l übers Jahr. Ist aber kein Auto für Rasen oder Hobbyrennfahrer!!! Würde es noch gebaut, ich kaufte es sofort wieder. Mehr auto brauche ich nicht. Ich atte bei Toyota angeegt, daß Auto von Daihatsu weiter bauen zu lassen. Hat aber kein Rückmeldung gegeben.

Avatar

RedRunner10: Ich will das mein nächstes Auto spürbar besser (aber nicht größer) als mein aktuelles Auto ist und das schaffen Elektroautos im Moment einfach nicht. Was mich sehr überzeugt hat ist der Hybridantrieb, denn hier werden Elektromotor und Verbrenner kombiniert und gleichen die Nachteile gegenseitig aus. weiterlesen

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Das sagt der Spezialist von BMW zum Thema Hybridfahrzeug

"Plug-in Hybridfahrzeuge bieten vor allem für das tägliche Pendeln hervorragendes Potenzial. 80% der täglichen Fahrten liegen in der Regel unter 30 Kilometer. Sofern also zuhause und am Arbeitsplatz je eine einfache Steckdose verfügbar sind, lassen sich die Fahrstrecken unter der Woche im besten Fall komplett lokal emissionsfrei zurücklegen. Die meisten Hersteller legen die elektrischen Reichweiten entsprechend auf etwa 30 + x Kilometer aus. Trotzdem bleibt die Langstreckentauglichkeit durch einfaches Nachtanken des Verbrennungsmotors uneingeschränkt erhalten.

Bei der Konzeptionierung von Plug-in Hybriden sind drei wesentliche Faktoren wichtig:

  1. Ausreichend Reichweite, um den täglichen Pendlerverkehr bewältigen zu können.
  2. Erhalten von Grundcharakteristik und Flexibilität des Fahrzeugs, um den Alltagsnutzen nicht einzuschränken. Im Vordergrund steht hier der Erhalt des Kofferraumnutzens.
  3. Der Hochvoltspeicher (Batterie) gehört derzeit noch zu den teuersten und bauraumintensivsten Komponenten im Fahrzeug. Um einen attraktiven Fahrzeugpreis zu erhalten, den Alltagsnutzen zu gewährleisten und trotzdem eine adäquate elektrische Reichweite zu erreichen, achten Hersteller besonders auf die Dimensionierung des Speichers. Speziell der Preis ist ein sensibler Faktor. Ein Kunde, der vorher ein Fahrzeug mit beispielsweise 250 PS gekauft hat, möchte für eine entsprechend ähnliche Systemleistung eines Plug-in Hybriden keine unverhältnismäßigen Aufpreise bezahlen.
Querschnitt Hybrid BMW i8

Die Kenntnis von vielen Millionen Kundenkilometern aus den vergangenen Jahren, z.B. aus den Projekten MINI E und Active E, helfen BMW bei diesem Spagat. Für zukünftige Plug-in Hybride des BMW X5 oder des BMW 3er werden sich die Preisstellungen in der Region leistungsähnlicher Verbrennungsvarianten einordnen.

Der einfache Ladevorgang an der Steckdose dauert bei Plug-in Hybriden aufgrund der im Vergleich zum rein batterieelektrischen Fahrzeuge kleineren Batterie nicht länger als zwei bis drei Stunden. Somit reicht in der Regel die Standzeit beim Shopping, im Fitnessstudio, etc. zum nahezu vollständigen laden. Unabhängig davon rekuperieren aber auch Plug-in Hybride beim Bremsen oder rollen. Zusätzlich laden Fahrzeuge wie der BMW i8 oder zukünftige BMW X5 und BMW 3er Hybride durch sogenannte "Lastpunktanhebung" auch während des Fahrens. Hierbei wird vom Verbrennungsmotor während der normalen Fahrt etwas zusätzliche Leistung genommen (Anhebung) und damit der Hochvoltspeicher geladen. Das klingt im ersten Moment wie ein verlegen der Energiebilanz, ist aber hocheffizient. Man kann also entgegen manch anderer Annahme bei Plug-in Hybriden auch auf der Langstrecke den Gesamtverbrauch senken.

Plug-in-Hybride sind kurzfristig und mittelfristig pragmatische Lösungen, um den Realverbrauch deutlich zu reduzieren, vor allem bei den täglichen Pendlerfahrten."

BMW-Pressesprecher Manfred Poschenrieder
Manfred Poschenrieder

Pressesprecher Efficient Dynamics

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