Glossar

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen können – wie der Name besagt – das ganze Jahr gefahren werden. Ein Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt entfällt. Der Reifen ist durch seine spezielle Konstruktion für alle Witterungen und Temperaturen geeignet. Ganzjahresreifen sind mindestens mit „M+S“ gekennzeichnet, können zusätzlich auch über die Schneeflocke in der dreizackigen Bergspitze (three peak) verfügen.

Ganzjahresreifen

Der Ganzjahresreifen: Eine gute Balance

Schon bei einem Sommer- oder Winterreifen werden die bestmöglichen Funktionen für Nässe, Trockenheit, Kurven und in Sachen Laufruhe und Verschleiß ausbalanciert. Der Ganzjahresreifen muss diese Eigenschaften zudem in einem breiten Temperaturspektrum zwischen Sommerhitze und Winterfrost liefern. Das stellt höchste Ansprüche an die Gummimischung.

Das Ei des Kolumbus?

Ein guter Ganzjahresreifen gleicht in Form und Ausführung eher einem Winterreifen, um auf kritischem Untergrund wie Schnee, Matsch und Eis so gut wie möglich zu funktionieren. Auch seine Nasshaftung ist gut. Auf heißer, trockener Fahrbahn kommt der Ganzjahresreifen andererseits nicht an die Leistungen eines reinen Sommerreifens heran. Trotzdem ist im Sommer der Ganzjahresreifen immer noch besser als ein Winterreifen. Ganzjahresreifen standen früher wie Winterreifen in dem Ruf, eine schlechtere Kraftstoffeffizienz und höhere Laufgeräusche zu haben. Dies gilt mittlerweile als überholt.

Wann lohnt sich ein Ganzjahresreifen?

Ein Ganzjahresreifen – auch Allwetterreifen genannt – lohnt sich für Fahrzeuge

  • die relativ wenig gefahren werden (< 15.000 km)
  • die nicht im Extrembereich gefahren werden
  • die in gemäßigten Klimabreiten gefahren werden

Die Vorteile

Wer mit den vorgenannten Einsatzbedingungen leben kann, braucht nur einen Reifensatz. Dadurch spart man zum einen bei der Anschaffung und zum anderen beim Reifenwechsel. Denn weil seit November 2014 Reifendruckkontrollsysteme vorgeschrieben sind, die bei einem Reifenwechsel neu kalibriert werden müssen, hat sich der zweimalige Reifenwechsel im Jahr für neue Fahrzeuge verteuert. Die Haltbarkeit eines Ganzjahresreifens ist vergleichbar mit der eines Winterreifens.

Maximale Geschwindigkeit beachten

Ganzjahresreifen dürfen einen niedrigeren Geschwindigkeitsindex aufweisen als in den Fahrzeugpapieren vermerkt. Wie bei Winterreifen muss in diesem Fall ein Hinweis im Sichtbereich des Fahrers angebracht sein. Werden in den Fahrzeugpapieren Reifendimensionen mit einem „M+S“ angegeben, so sind diese Angaben als Empfehlungen zu verstehen.

Das sagt unsere Community zu Ganzjahresreifen

Avatar andi_sco

andi_sco: Ich nutze sie mittlerweile wieder, diesmal auf einem Kleinstwagen. Zwei Winter im Norden hat er damit super überstanden und wie es bei richtigen Schnee ist, wird sich vielleicht dieses Jahr in München zeigen. Vor ein paar Jahren hatte ich sie auf einem Nissan Primera und bin selbst bei Schneematsch auf der Autobahn sicher und heil zu Hause angekommen. Vom Verschleiß her, kann ich auch nichts negatives berichten, habe aber auch nie die billigen genommen.

Avatar aero84

aero84: Ganzjahresreifen sind halt ein Kompromiß. Manche Kompromisse sind gelungener als andere, aber wenn man Gegensätze vereinen will muß man irgendwo Abbstriche machen. Bei einem Auto, das nur wenig gefahren wird und eigentlich bei Schnee und Eis stehenbleiben sollte oder das nur in gemäßigtem, eher schneearmem Klima wie z.B. dem Rheinland eingesetzt wird kann man über Ganzjahresreifen nachdenken. So erhält man eine "Notwintertauglichkeit", um auch nach einem überraschenden Wintereinbruch noch irgendwie nach Hause zu kommen... Selbst im Rheinland soll es ja ab und mal Schneeregen geben, und dann sind Ganzjahresreifen einem Sommerreifen haushoch überlegen. Vielfahrer oder die Bewohner schnee- und eisreicher Gebiete kommen dagegen an richtigen Winter- und Sommerreifen nicht vorbei.

Avatar reaven145

reaven145: Ein oft diskutiertes Thema wenn mal wieder ein Reifenwechsel ansteht. Für und wider sind schon oft genannt und wird auch von der persönlichen Meinung zum Thema beeinflusst. Egal mit wem man darüber spricht, kommt doch immer wieder das gleiche bei raus. Hauptsächlich werden Ganzjahresreifen von Wenigfahrern gesucht. Hauptargument eben wegen dem Preisvorteil. Aus meiner eigenen Überzeugung würde ich keinen Ganzjahresreifen kaufen sonder 2 Reifensätze (Winter/Sommer).

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Das sagt der Spezialist von Dunlop zum Thema Ganzjahresreifen

"Schon saisonale Reifen müssen gegenläufige Eigenschaften abdecken, z. B. zwischen Nasshaftung und Rollwiderstand. Bei einem Ganzjahresreifen vergrößert sich die gegenläufige Anforderungsspanne noch. Die grundsätzliche Herausforderung bei der Entwicklung besteht darin, den Pneu so auszulegen, dass er die unterschiedlichen Anforderungen bei Fahrten auf trockener Fahrbahn und Nässe bei sommerlichen und winterlichen Bedingungen allesamt zufriedenstellend meistert. Um diesen ausgewogenen Mix an Winter- und Sommereigenschaften zu erreichen, wird bei der Entwicklung der Profildesigns sowie der Gummimischung von Ganzjahresreifen besonders viel „High Tech“ eingesetzt."

Product Manager Dunlop, Michael Fett

Michael Fett
Product Manager Dunlop

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