Glossar

Elektromobilität (E-Mobility)

Übersicht zur Elektromobilität (E-Mobility)

Elektromobilität bei BMW

Elektromobilität gab es bereits fünf Jahre vor dem Benz Motorwagen: Um 1881 fuhr der Erfinder Gustave Trouvé mit seinem 12 km/h schnellen Elektro-Dreirad. Elektrofahrzeuge waren begehrt – Benzin war teuer und nur in Apotheken verfügbar. Bis zur Jahrhundertwende fuhren Elektroautos bei Rekordfahrten schneller 100km/h. Zu dieser Zeit bewegten sich Motorkutschen noch gemächlich.

Im Jahr 1912 fuhren allein in den USA rund 34.000 Elektrofahrzeuge, produziert von gut 565 verschiedenen Herstellern weltweit. Mit der Einführung des ersten Großserienfahrzeuges wuchs jedoch das Tankstellennetz, Verbrennungsmotoren setzten sich durch. Elektrofahrzeuge fuhren fortan dort, wo Emissionen unerwünscht sind, zum Beispiel im Bergbau oder in der Nahrungsmittelindustrie. Erst nach der Ölkrise in den späten 1980er-Jahren sah man sich nach Alternativen zum Verbrenner um.

Kalifornisches Emissionsschutzgesetz als Inkubator für E-Mobility

1990 verabschiedete der US-Bundesstaat Kalifornien ein Gesetz zur Emissionssenkung. Es sah vor, dass bis 1998 mindestens zwei Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge emissionslos fahren sollen. Die Regelungen wurden später gelockert. Das Elektroauto-Versuchsprojekt eines US-Herstellers endete planmäßig nach 1.100 gebauten Fahrzeugen. Trotzdem gilt das Emissionsschutzgesetz als Basis für alle anderen Richtlinien.

In Europa entwickelten zeitgleich einige Tüftler eigene Elektroautos, die sie in Kleinserie anboten. Kommerziell durchsetzen konnte sich keiner.

Elektromobilität bei BMW

Erste Serien-Erfolge von Elektrofahrzeugen

Seit 2009 gibt es erste weltweit kommerziell erfolgreiche Elektrofahrzeuge. Vor allem günstige Kleinwagen mit geringen Reichweiten brachten den Durchbruch. Voraussetzung war jedoch ein dichtes Netz von Gleichstrom-Ladesäulen. Mit ihnen lassen sich binnen 15 Minuten bis zu 100 Kilometer Reichweite nachladen, abhängig von Fahrzeug und Akku. Der sogenannte „CHAdeMo“-Standard ist derzeit aber nur in Japan weit verbreitet.

Staatliche Förderungen für Elektrofahrzeuge

Da heutzutage Elektrofahrzeuge teurer sind als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor, setzen viele Regierungen auf staatliche Förderung, um die Elektromobilität und die Verbreitung von Elektroautos zu stärken. Einige europäische Länder vergünstigen Parkgebühren, Maut oder Kfz-Steuer, andere senken die Preise.

In Deutschland sollen bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge fahren. Aktuell zählen dazu neben reinelektrisch betriebenen Fahrzeugen auch Plug-in-Hybride mit Emissionen von höchstens 50 Gramm CO2 pro Kilometer oder Autos mit mindestens 40 Kilometern elektrischer Reichweite. Dank des Elektromobilitätsgesetzes soll es auf Länderebene besondere Rechte für das Parken geben.

Zukunft der Elektromobilität

Analysten sagen der Elektromobilität eine Durchdringung des weltweiten Marktes bis zum Jahr 2030 voraus. Plug-in-Hybride sind technisch komplex und teuer. Die Fachwelt betrachtet sie deshalb kritischer als reine Elektroautos. Fragwürdig sei zudem die Zukunft von Wechselbatteriesystemen. Hier fehlt die Standardisierung der Akkus. Außerdem benötige man rechnerisch 1,3 Akkus pro Fahrzeug. Die Brennstoffzellentechnologie ist verglichen mit Akkus in Elektroautos teuer und kompliziert.

Ein Erfolg der E-Mobility ist also direkt abhängig von einheitlichen und schnellen Ladestandards sowie einer guten Ladesäuleninfrastruktur. In Deutschland scheint sich das „Combined AC/DC-Charging System“ (CCS) durchzusetzen. Es wird von allen deutschen Herstellern unterstützt.

Das sagt unsere Community zu Elektromobilität

Avatar neu2003

neu2003: Das Fahrzeugkonzept an sich finde ich sehr gut, und habe auch in meinem Doku-Thread dazu die gesamten Umweltstudien herausgesucht, die aufzeigen, dass das Fahrzeugkonzept selbst bei Kohlekraftwerks-Strom ein Schritt in die richtige Zukunft darstellt... weiterlesen

Avatar Reachstacker

Reachstacker: Mythos 1: Es gibt Alternativen zum Elektroantrieb. Stimmt nicht, jedenfalls nicht auf lange Sicht. Der Energieaufwand, um 100 Kilometer weit zu fahren, ist bei keinem Antriebskonzept geringer als bei einem batteriegetriebenen Elektroauto. weiterlesen

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Das sagt der Spezialist von BMW zum Thema Elektromobilität

"In der öffentlichen Wahrnehmung wurde in den vergangenen Jahren intensiv das Bewusstsein gefördert, dass Elektromotoren (lokal) emissionsfreies Fahren ermöglichen. "Lokal" deswegen, weil die Energiebilanz natürlich auch die Gewinnung des Stroms berücksichtigt. Das wurde übrigens bei Verbrennungsmotoren bisher weniger intensiv diskutiert.

Elektrische Antriebe wandeln elektrische Energie mit sehr hohem Wirkungsgrad in mechanische Energie um und sind zudem in der Lage, die Bewegungsenergie des Fahrzeugs beim Verzögern zurückzugewinnen (Rekuperation) und so die Effizienz des Gesamtfahrzeugs weiter zu erhöhen.

Man kann einen Elektromotor also sowohl als Hauptantriebsart zur Reduzierung des Verbrauchs einsetzen als auch zum Boosten. Besonders ist, dass die Leistung nicht wie beim Verbrennungsmotor rein aus der Kombination Motor mit Kraftstoff (Benzin/Diesel) entsteht - also hier E-Motor mit Strom, sondern die eigentliche Leistung der Batteriezellen und die Dimension des gesamten Hochvoltspeichers eine wichtige Rolle spielen.

Man geht bei zukünftigen Plug-in-Hybriden davon aus, dass der Anteil der elektrischen Leistung an der Gesamtleistung eines Fahrzeugs in den nächsten vier bis sechs Jahren eine dominantere Rolle einnehmen kann als der verbrennungsmotorische Anteil des Antriebs."

BMW-Pressesprecher Manfred Poschenrieder
Manfred Poschenrieder

Pressesprecher Efficient Dynamics

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